wie sich die dinge entwickeln…

nach telefonieren und simsen kam das mailen. ist mittlerweile auch keine neue sache mehr…
nu hat aber auch das mailen als komunikationsweg ausgedient. die umstellung auf web2, das einrichten von blogs (wie hier), sorgt wieder für umstellung in den umgangsarten.

früher nahm man kontakt auf ohne was wichtiges zu sagen zu haben. der kontakt war als solches genügend. man suchte gesellschaft, gesprächspartner um sich die zeit bunter anzumalen als allein.

nu bemerke ich daß keiner mehr ohne ein “vorhaben” die kontaktaufnahme einleitet. das gespräch ist dem informationsaustausch zum opfer gefallen. man faßt sich kurz, artikuliert möglichst genau, verzichtet auf schnurkeleien.

man trifft sich um was zusammen (oder gleichzeitig) zu machen, der rahmen hat eine unschätzbare bedeutung, das zwischenmenschlische macht der selbstdarstellung platz.

man trifft sich nicht um die ecke sondern im lokal. man geht nicht raus ohne sich “schick” zu machen. man trifft sich nicht ohne was zu sagen zu haben.

der gegenüber ist nur insofern wichtig daß er unser darstellungsdrang bedient, daß er unsere meinung bestätigt, daß er unsere zeit gewinnbringend zu gestalten hilft.

das “hallo, wie gehts” ist nu ‘ne floskel. gewohnheit hält es noch am leben obwohl die bedeutung längst der vergangenheit angehört. es interessiert wenig was der andere antwortet, sichtbar an ausbleibenden diesbezüglich folgenden handlungen. was man selber darauf antwortet wird genauso behandelt, deswegen nutzt man eher diese “gesprächs-abteilung” um irgendeine finanziell angelehnte brüstungsmaßnahme los zu werden.

die welt hat verinnerlicht daß aktionen reaktionen erzeugen. und letzteres sind wichtiger! daher wird gern rückwärts geplannt, indem man die aktion nach der gewünschten reaktion wählt. wenn man schon vom weihnachtsmann ‘n feuerwehrauto gekriegt hat, wird beim spielen irgendwo ‘n feuerchen drin sein müssen, auch wenn man grad beim memory ist. wozu hab ich die teuere schuhe gekauft wenns keiner merkt?

im gegenzug hat man sich ans bedienen dieser situationen gewöhnt. man achtet drauf daß man das sagt was der andere hören will, man steigert sich in oberflächlichkeit und vakuum-geprägte hirnleistungen.
ich meine nicht daß dabei unehrlichkeit auströmt. leider ist nicht mal die frage lüge/wahrheit im spiel. man sagt was man sagen soll ohne eine meinung dafür zu brauchen. die “unterhaltung” ist automatisiert.

natürlich ist ‘ne derartige begegnung vom sinn von anfang an befreit. jeder weißt schon vorher wie es endet, man tut es sich aber trotzdem an…

die welt ist ‘ne bühne. jeder spielt, keiner führt regie, das etar für die produktion ist durch nix zu begrenzen, das drehbuch ist schlecht.

eure welt!
nicht meine!
macht weiter so. mir egal. ich mach nicht mit!
little Joe

veröffentlicht am 18. Februar 2008 unter dünnpfiff / thin whistle

Einen Kommentar schreiben