postkutsche mit zwei buchstaben?
ich stand gestern Nacht über zwei Stunden bei der bekannte Kälte auf dem Brandenburger Hauptbahnhof weil es die Deutsche Bahn nicht für nötig hält, eine anders als die längst bekannte miserable Leistung zu erbringen.
Planmäßig sollte ich in Brandenburg Hbf ein Aufenthalt von etwa zehn Minuten (bis um 21:00 Uhr) in Kauf nehmen, worauf ich vorbereitet war.
Dort überraschte mich die Meldung daß der Zug (RE 38033) ersatzlos ausfällt. Es ist eine Zumutung, zumal der nächste Zug erst um 21:56 Uhr fährt. Dann die nächste Überraschung: dieser (RE 38035) hat „etwa 60 Minuten Verspätung“. Weichen-Störung in Berlin.
Es sind über zwei Stunden in eisige Kälte gewesen, in ein Bahnhof wo die Wartehalle ein einzigen Heizkörper auf niedrige Stufe in Betrieb hat, wo ich mich gegen die Wand lehnen könnte weil die wenigen Sitzplätze belegt waren, wo man rausgehen muß um Anzeigen und Durchsagen mitzukriegen, und wo sogar die Uhr makkaberweise auf fünf vor zwölf stehen geblieben ist.
Um 22:54 Uhr könnte ich dann meine Fahrt fortsetzen, jedoch mit ein Zug der viel länger braucht um die selbe Strecke zu bewältigen weil er überall anhält. Damit mußte ich wieder auf die inzwischen nach Nacht-Fahrplan (jedoch pünktlich) fahrende öffentlichen Verkehrsmitteln warten um gegen mein ursprünglichen Plan doch nach Hause zu fahren.
Mir hat dieser Aufenthalt noch dazu einiges an nicht eingeplante Verpflegung gekostet, an den glücklicherweise noch geöffneten Kiosk. Dazu gab es eine satte Erkältung und den Ärger über ein verpassten wichtigen persönlichen Termin den ich mehr als zweieinhalb Stunden später nicht mehr wahrnehmen könnte.
SIE erwarten von mir als Kunde daß ich mich an Ihre Bahnhofs-Hausordnung und sonstige umfangreiche Richtlinien halte, den ich unaufgefordert Folge leiste. ICH erwarte von ihnen daß sie für das Geld was Sie für die Fahrkarten verlangen (erwähnenswert hier ist daß SIE dessen Höhe allein bestimmen) eine genau so anstandslose Leistung abliefern.
Das was sie mir (und Duzende von andere Fahrgäste) gestern zugemutet haben, erinnert an den Zeiten der Postkutsche die mal vorbeikam und mal nicht. Es kann nicht angehen daß man in Vorkasse für eine unverbindliche Leistung (Fahrplan) bezahlt. Es kann nicht sein daß sie auf eine vorausgesagte Wetterverschlechterung nicht angemessen vorbereitet sind. Es kann nicht sein daß ich (Kunde) in diese Form der leidtragende sein muß, weil sie sich nicht dazu verpflichtet fühlen, den Fahrplan den sie selber aufgestellt haben, einzuhalten, geschweige Ersatzmöglichkeiten zu
planen.
Der Kälteeinbruch ist zu diese Jahreszeit keine Seltenheit. Die momentane Kältewelle ist seit Wochen vorausgesagt. Der Bonus vom Überraschungsfaktor ist in dem Fall alles andere als angebracht.
Jede so arbeitende Firma hätte da draußen schon längst nichts mehr zu tun. Aber doch nicht die Deutsche Bahn. Sie gehört ja dem Staat, wie das Arbeitsamt, das Jugendamt und soviele andere “uns kann keiner was”-Vereine.
Dem Land gehts prima. Weitermachen!