liebe und lüge
“ich liebe dich”
ah, die liebe liebe… *seufz*
mich bewegt dieses wort. nö, falsch! mich bewegen die auslegung und tatsächliche aussage hinter diese äußerung.
desöfteren sollte um die aussage zu vervollständigen (und deshalb auch ehrlich zu formulieren) ein “aber” hinterher kommen. ist doch so, oder?
der jeniger den man kennenlernt und indem man sich verliebt, der ist selten der traumtyp. trotzdem ist auf ihm das bild des traumpartners projiziert. zum anfang, ist er das. aber dann…
schieben wirs auf die schmetterlinge, verwerflich ist es nicht.
in diese anfangsphase kennt man sich noch gar nicht. man erkennt sich, das ja. aber sobald man in den jeweiligen keller des anderen hineinblickt, sterben gleich ein paar schmetterlinge. nach und nach öffnen sich die augen. nach und nach sieht man den frosch.
bis hier, alles menschlich, alles natürlich, alles vertretbar. aber dann trennen sich die haltungen, den bereits amtlich einfamiliarisierten anderer gegenüber.
einige, wenige, stellen sich darauf ein, grinsen weiter, und stehen zu den tollsten frosch auf dieser welt. es funktioniert, alles im butter.
andere, auch nicht soviele, sind dazu in der lage die sache aus rationalen gründen abzublasen. alles begründbar, alles korrekt. ehrlichkeit und selbsteinschätzung als entscheidungshelfer. game over, weiter gehts (aber mit dem nächsten, klar!). auch supi.
dann kommt die masse. diese erkennen eine spur von eine chance, doch aus dem nutzlosen frosch irgendwas brauchbares zu machen. im besten fall, sogar den prinz der doch nicht da war. und sie versuchen es, gnadenlos. mit frosch als grundlage… toi, toi, toi.
was mich stört, mich irritiert bei diese leute, ist daß der satz am anfang dann nicht seltener ausgesprochen wird. man versucht pausenlos an den anderen zu feilen und ihm zu modellieren. man versucht mit überzeugung, mit finten, mit druck und mit köder, aus ihm etwas anderes zu machen als das was er ist. und dennoch wird der satz weiter verwendet.
man kennt sich draußen lernen, dann soll man nicht mehr rausgehen. man lernt sich als modebewußt kennen, dann soll die hälfte der kleidung lieber nicht getragen werden. man lernt sich mit ‘ne kippe und ‘n bier in der hand kennen, aber das soll eingestellt werden. man lernt sich unter freunde kennen, die soll man aber nicht mehr treffen. man kennt sich als eigenständig und selbständig kennen, aber man soll lieber fragen. usw, usw, usw…
ich sage dazu:
1. wer den anderen nicht erträgt so wie er ist, der soll loslassen und weitersuchen. den “richtigen”, den gibts bestimmt. der versuch jemand zu verändern mach den jenigen nicht besser, sondern kaputt.
2. wer nicht weiß was die worte bedeuten, soll sie nicht verwenden.
3. lügen haben nur kurze beine. wer lügt, der hat alles ganz ganz kurz!
little Joe