explorateuerum

an angebote für die ferien mangelts nicht. man braucht nur aufm bahnhof zu gehen um vorschläge zu bekommen. so wurde uns das exploratorium in potsdam schmackhaft gemacht.

nach soviel werbung und wanderpräsentationen mit mitmach-experimenten, fanden wirs ‘ne wertvolle idee. ein nachmittag in didaktische atmosphäre, interessant und kindergerecht gestaltet, dachten wir.

vor der tür, eine baumskulptur. delfine. gut zum klettern, was einige kids doch recht einladend fanden. toll. fehlte nur die erwähnung des künstlers, aber wat solls. schon nicht schlecht als hinweis für “kinder sind willkommen”.

an der tür, ein schild (sinngemäß): “bitte nicht vorm eingangsbereich rauchen. gegenüber, vor der wiese, haben sie die möglichkeit dazu”. da stand ein großer baumstamm zum sitzen und ein ascher. auch toll.

und dann geht man in diese turnhalle rein…

exploratorium.gif

ein riesiger teleskop (bestimmt fast 4 meter lang) lädt zum durchkucken ein. leider ist das dachfenster gute 2 meter von der blickrichtung entfernt und das ding ist nicht zu bewegen.

egal. da steht gleich ‘n riesiger tisch mit 4 telefone an den ecken, wo man von ein zum anderen anrufen kann. daß in der mitte eine schaltzentrale in durchsichtigen plexi-kasten steht, interessiert niemanden. ein paar lämpchen zeigen den weg vom anruf. für den kids reichts doch.

dann um die ersten trennwände rum, um den blick aus der garderobenwand weg zu lenken.

mitmach-experimente sind aufgestellt, in alle größen, zwischen trennwände die eher nach ausschuß aus eine vergangene messe erinnern, und die nur dazu dienen auf der anderen seite irgendwas anderes hinstellen zu können.

alles wahllos durcheinander, beschildert aber nicht immer wirklich erklärt, oft schon etwas reparaturbedürftig, zusammenhangslos und lieblos dahingeklatscht. von mechanik zu optik, von elektrizität zu akustik, zu mathematik, von hui nach hot…

neben optische täuschungen steht ein seilzug, dann das prinzip vom heißluftbalon, mini modelle vom benzinmotor, eine wärmebild-kamera und ein riesiger puzzle aus holz. weiter hinten einige radähnliche tretgeräte womit man strom erzeugen kann, ein paar schalwellen-experimente die schon bessere tage gehabt haben, sowie eine wand über die gefährliche verbreitung von ein pilz in eine getreide-plantage.

die wege sind der platz zwischen den verschidenen exponaten. mit etwas glück, spielen keine kinder grad “fang mich” wenn man durchgehen will.

dann die verzerrspiegeln die leider aus beklebte alufolie bestehen, ein terrarium mit ein paar (wundeschöne) heuschrecken, metalplatten zum anfassen, der turm von babylon (leider nur mit 4 scheiben), sowie ein (möchtegern) schallschluckenden tunnel.

der didaktischer ansatz von “mitmach” ist nur da wenn man sich als elternteil die zeit nimmt um ergänzend das zu erklären was da nicht zu lesen ist. aber auch ich war nicht immer dazu in der lage. auch ich wußte mit manche konstruktionen nix anzufangen.

für die jenigen die knöpfe drücken oder kürbel drehen wollen um sich über das was passiert zu wundern (ohne anspruch auf wissensvermittlung), ist das definitiv ‘ne tolle sache. da können sich die kinder problemlos austoben mitten in der wissenschaft ohne irgendwas an wissen mit nach hause zu nehmen. sogar party-zelt-tische und bänke gibts da, um den kindergeburtstagskuchen zu vertilgen ohne rausgehen zu müssen.

schade ums potenzial. schade um die mühe die sich die konstrukteure mal gemacht haben, um die dinge zu bauen. für den eintrittspreis hätten wir ‘n paar bänder vom “wie funktioniert was” kaufen können.

mancheiner würd nur sagen: “perlen vor die säue”. ich leg noch eins drauf: abzocke!

veröffentlicht am 20. Oktober 2009 unter flying outside

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