das liebe schöne wetter

nicht daß es mir gänzlich unbekannt wär aber es erfreut mich jedesmal aufs neue, zu sehen wieviel potenzial an gute laune in unsere leute steckt. sie brauchen nur ein grund, ein schubs ums an die frische luft zu führen. auch heut war es so.

ich war im park. bei so ‘ne großzügige sonne hab ich mich an der spitze hingesetzt. oben ohne und mit zeichenblock, da hat nur das käffchen zur kippe gefehlt und das glück wäre perfekt. egal. so wars such schön.

kleine meckereinheit (ohne gehts bei mir eh nicht…) gilt den drecksäue die ihrem müll nicht wieder mitnehmen. es ist wirklich nicht so schwer, die 20m bis zu ein der unzähligen behälter zu laufen, um die botanik als solche erkennbar zu lassen. oder???

weiter im text. hab mir den planet aufm buckel scheinen lassen und mein abgruntief gehasstem graphitstift nochmal ausgepackt. war ein zeichen der guten wille meinerseits, ein versuch wieder frieden zu schliessen. ging nicht ganz in die hose. letzendlich hat er erstaunlicherweise mehr oder weniger das gezeichnet was ich wollte. vielleicht lag es daran daß ich ihm ein nigel-nagel-neuen skizzenblock präsentiert hab. bestechung statt überzeugende argumente… aber wenns funktioniert, warum nicht? nu ist das ding eingeweiht und enthält richtungsweisende inhalte für meine nächsten weihnachtskarten. die muse scheint sich langsam von ihre reue an die hand nehmen zu lassen… wurde ja auch zeit, alte zicke!

letzendlich hab ich dieser nah am wasser gebautem fleck wieder verlassen, wohlwissend daß es dafür der falscher moment war. die sonne verschwand langsam hinter den kronen vom anderem ufer, was der landschaft ein ganz eigenen glanz verleiht. dennoch war mir in dem moment doch der kaffe wichtiger als was anderes. ab ins frosch!

der weg dorthin führte durch unzählige jogger und zwang mich desöfterem zum akrobatischem slalom. war aber toll. kurven in schräglage sind mitm bike sowas wie ein auslöseknopf für die ausschüttung von glückshormonen. diese werden an meine fratze geleitet und von dort breit zerstreut an die von mir begegneten menschen.

und da erkennt man was in diese leute steckt. sie grinsen!!! ob sie mich anlachen oder über mich schmunzeln, ist mir banane. hauptsache sie sondern zeichen aus die eindeutig als glücklich zu deuten sind. es funtzt und punkt!

mitm käffchen gestärkt, hab ich mich unweit vom see hingesetzt. wieder hab ich nach papier und stifte gegriefen. aber diesmal erweckte was anderes meine aufmerksamkeit. ein mädchen. da saß sie, still und mitm blick richtung wasser, auf der oberste stuffe der treppe. in sich gekehrt, versteckt in ihre lange schwarze haarpracht, schenkte sie mir unfreiwillig und unbewußt eine vorlage. es war so ob mir die muse sagte “nu mach! worauf wartest du?”…

hab angefang, zuerst mit ganz wenige striche. dann hab ich sie coloriert. ihr oberteil machte den himmel es nicht leicht, noch als himmelblau annerkant zu bleiben… der kontrast war göttlich. schwarze hose und schwarze haare, und dann nur ein hauch von ein himmlichen blau der diese zwei schwarze areale trennte und der ganze gestalt volumen verleihte… ich war weg. ob ich noch nebenbei aufs paier geschaut hab, weiß ich nicht. die muse fühte meine hand.

als ich dem bild die umgebung verpassen wollte, stand sie auf. mit mann und kind war sie weg. ich blieb. hab in ruhe beendet das was ich angefang hatte. ich war glücklich und dankbar für den anblick. das bild spiegelte das was ich gesehen hatte, was mich gefesselt hatte. toll.

hab mich dann wieder aufm bike gepackt und cruisend aufm heimweg begeben. und dann kam das unerwartete wieder. vor mir radelten die beiden, mit sproßling hinten dran. hab den das bild gegeben und mich bedankt. sie kamen ausm staunen kaum raus, aber gegrinst haben sie. mehr wollt ich nicht.
little joe

veröffentlicht am 9. September 2008 unter flying outside, dünnpfiff / thin whistle

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