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Monatsarchiv für Mai 2010nochmal b - besser
…und wieder ein toller samstagabend in der für mich immer noch besten lokalität der kneipenlandschaft dieser landeshauptstadt!
nachdem ich am freitag nicht hinwollte (ich und die angekündigten musiker gehen seit unserer ersten begegnung doch lieber getrennte wege), sonnabend mußte sein.
die hier schon mal erwähnte doc-b-band sorgte wieder für die tinitusfreie akustische untermalung. ist immer wieder faszinierend, wie die jungs (und die dame) es schaffen, einen angenehmen pegel zu halten. es reicht locker zum tanzen und mitsingen, zum abrocken, aber auch um sich mitm nachbar zu unterhalten. toll!
diesmal war auch die ausgewogenheit der instrumente beispielhaft. da stehen 5 musiker und man hört sie alle. respekt! problematisch war teilweise nur die endabstimmung vom gesangsmicro, das für den grundgeräuschpegel im saal etwas leise war. aber auch das hat helly erkannt und mit seinem einsatz gelöst. man merkt in diesen momenten sehr deutlich wer profi ist.
hier noch was in eigener sache: liebe genesungswünsche nach münchen!
131. baumblütenfest
trotz warnungen daß es dort ganz schon zur sache geht, bin ich hingegangen. ich kenne halt nur das was ich kenne. mein erstes mal wars, eine première, vielleicht sogar eine einzigière.
die baumblüte ist von der aufmachung her ein gängiges stadtfest. unmengen an karoussels, sauf- und fressbuden, schnick-schnack-stände und bühnen wo man sich den dazugehörigen tinitus abholen kann.
der unterschied ist allerdings, neben der existenz einer baumblütenfestkönigin (an ihre bedruckte schleife eindeutig zu erkennen) und die tradition (da gabs schon 130 davon davor), die unmenge an obstweinsorten die man dort kriegt.
grad hier ist der hase begraben. es ist kein fest sondern ein riesiges öffentliches saufgelager. unmengen von menschen, unmengen polizei, und leider auch unmengen von betrunkenen, angetrunkenen, und gewaltbereite idioten. diese haben die baumblüte fest im griff. erwähnenswert sei auch daß das durchnittsalter der besucher schätzungsweise bei anfang 20 liegt.
polizeikontrollen wegen glasflaschen (diese wurden verboten, was ich toll finde), polizeiabsperrung und -schleuse à la fußballstadion vorm bahnhof, die straße (es gibt nur eine zwischen bahnhof und fest) überfüllt mit menschen. alle paar hundert meter sieht man eine kleine gruppe von uniformierten, dann ein paar meter weiter eine prügelei, dann ‘ne weile fast nur sturzbesoffenen, bis die nächsten uniformierten wieder zu sehen sind. die straße ist bunt dekoriert mit den ganzen einwegflaschen und plastebecher, die vorboten von dem was es erst ein paar hundert meter weiter zu sehen gibt.
dann das “fest”. plaste-blümchen-ketten- und sonnenbrillenstände, ohringe, cowboyhüte, eierkuchen, bier, nochmal bier, dann wein, dann bunte plaste blümchen, cowboyhüte… und dies sieht man alles weil die buden manchmal hoch genug sind daß man sie über die köpfe der passanten sehen kann. dann bühnen. mal hat man den seltenen glück und da spielt jemand, sonst gibts was aus der konserve. an den bühnen gibts extra sicherheitspersonal. die polizei hat die hände voll zu tun auch ohne.
man darf keine glasflaschen in den fest reinbringen aber man darf soviel saufen wie man kaufen kann. was die mischung von preiswerten alk, basslästige mucke bei 120bpm und ein noch nicht erwachsenen alter ergibt, kann man sich ausmalen: streß.
zumindest ist eine flächendeckende und übersichtliche aufstellung von toiletten der punkt wo man der organisation gegenüber den hut ziehen muß. keine wildpinkler machen den elend ein bißchen weniger unerträglich.
ich schlage vor:
- eintritt gegen geld. abgrenzung des festgeländes.
- verkleinerung der festfläche. qualität statt quantität.
- verzicht auf schnick-schnack-allerwelts-plaste-stände und rummel-mist. den weg richtung baumblütenfest wieder einschlagen! (ich weiß nicht wie es am anfang aussah aber mit tradition hat das was jetzt da ist… nix zu tun)
- zeitliche verkürzung des festes. dauer-sauf-standort-image soll weg.
- ausschank statt flaschenverkauf. wer mehr als nur ein becher will, kann gern nach dem fest beim winzer klingeln.
- ehrliche live-gespielte festmusik. verzicht auf hops-utz-beschallung. keine dj’s.
- rausschmiß von leute die sich nicht benehmen.
- shuttle-bus zwischen bahnhof und festgelände.
was uns der spaß grad kostet nur an polizeiaufgebot… nur weil sich die organization darüber freut, ein open-air-billig-sauf-camp zu machen…
aus jede disko werden betrunkene, gewalttätige und randalierer rausgeschmissen, aus jeden fußballstadion, nur auf der baumblüte sind sie willkommen. toll, echt…
ich wünsche mir ein fest wo ich nicht auffalle nur weil ich nüchtern bin!
hier noch ein kleiner optischer einblick in dem was ich es wert finde, beizubehalten. live-gespielte musik (hier galaxo & shima), blühende bäume, fröhliche friedliche leute.

leider gabs heute in den auftrittspausen von galaxo & shima ein utz-utz-dj der die massen wieder bis zu prügeleien in 5-minuten-takt angeheizt hat. nach eine weile stoppte er sein utz-utz und bat um besinnung. hat nicht geklappt. wieder mal waren die sicherheitskräfte da, um das wegzumachen was die organisation verkackt hat.
ich werd weiterhin diese band verfolgen, aber mein besuch bei der baumblüte bleibt doch eine einzigière. all das beschriebene passierte bei noch hellem tageslicht.